Bericht vom Rifugiobesuch

Bericht vom Rifugiobesuch

Besser spät als nie folgt noch unser Bericht, zum Rifugiobesuch in den ersten beiden Aprilwochen.

Tamara und ich und unsere Hunde (natürlich von Caterina) konnten es kaum erwarten, bis die Reise endlich los ging! Und wurden erstmal mit Starkregen begrüßt. Ohne Gullis in Süditalien war das eine spannende Erfahrung!

Somit verbrachten wir die ersten Tage damit, Medikamente in der Zentrale zu sortieren. Obwohl es anfangs langweilig klang, war es tatsächlich sehr lustig, da wir nicht fließend Italienisch sprechen und einige der Medikamente nicht erkennen konnten. Besonders die Potenzmittel für Menschen (Spender unbekannt) sorgten für einige Lacher, da sie fälschlicherweise von uns als Herzmedikamente identifiziert wurden.

Ab dem dritten Tag hatten wir Welpe Alma bei uns. Zunächst waren wir unfassbar stolz, dass wir Alma überhaupt auf dem Arm tragen durften. Denn solche Notfälle sind bei Caterina immer oberste Priorität. Als wir sie plötzlich im Auto hatten und mit ihr in unsere Ferienwohnung fahren sollten, waren wir uns nicht sicher, ob wir Caterina richtig verstanden haben oder ob wir gleich einen Anruf erhielten, wo wir mit Alma hin sind. Zu dem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass wir Alma bis zu unserer Rückreise bei uns aufpäppelten und massive Höhen und Tiefen erleben werden.

Alma war erst zwei Monate alt und sehr schwach, als Caterina sie ein paar Tage zuvor auf der Straße gefunden hatten. Sie war absolut winzig und dünn.

Tamara und ich verbrachten die ersten Tage fast nur damit, sie zu pflegen und ihr die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Medikamente zu geben, usw. Wir haben in der Zeit (leider) lernen müssen, wie man Infusionen im Notfall macht, um das Leben der kleinen Welpendame zu retten. Und das nicht nur einmal. Insgesamt 4 Mal stand es um unsere Alma sehr schlecht, aber wir schafften es jedes Mal alle gemeinsam! Vor allem der stressfreie und ruhige Ort bei uns in der Wohnung gab ihr genügend Möglichkeit, sich ausruhen zu können und Kräfte zu sammeln. Caterina sagte uns, dass Alma vermutlich schon ihren ersten Zusammenbruch ohne uns nicht überlebt hätte. Allein solche Worte sind absoluter Lohn, für diese emotionale Achterbahn, die wir mit Alma erlebt haben. Es war jede Sekunde wert! An ihren guten Tagen, gegen Ende unseres Aufenthaltes, gingen wir mit Alma auch an den Strand. Es stellte sich schnell heraus, wie viel Temperament die kleine Maus hatte! Denn als Tamara ihr nicht erlaubte, sich von der Klippe stürzen zu dürfen, meckerte sie und trabte beleidigt zu mir zurück. Mit verzogener Schnute sah ich sie auf mich zukommen. Sie legte sich in meinen Arm und sah beleidigt zu Tamara rüber. Das war wirklich filmreif!

Als es mit Alma bergauf ging, verbrachten wir auch wieder mehr Zeit im Rifugio. Es gab schwere Tage, an denen sich die Ereignisse überschlugen. An einem Tag wurde der alte Setter Ares eingeschläfert, was sehr schwer für uns alle war. Auf dem Weg zurück fand Caterina eine junge, kranke Katze. Gleichzeitig wurde ein verwahrloster Schäferhund gefunden und zu Caterina gebracht. Bei diesem Anblick, verlor ich die ein oder andere Träne. Es ist grausam, was Hunden von Menschenhand dort unten angetan wird. Einige Stunden später erreichte der nächste Notfall das Rifugio. Ein Jagdhund, ohne Fell, blutende Haut und ein Häufchen Elend. Zur selben Zeit ging es mehreren Hunden plötzlich schlecht, unter anderem Franklin, der nicht mehr aufstehen konnte, einigen Welpen und Junghunden. Der Tag war wirklich ein absoluter Hammer! Und trotzdem Caterinas normaler Alltag und sicherlich nicht der anstrengendste Tag, den sie je hatte.

Wir haben aufgehört zu zählen, wie viele Hunde und Katze vorher und nachher noch gekommen sind, aber es waren verdammt viele. Caterina erhält den ganzen Tag Anrufe und Nachrichten, ob sie noch mehr nehmen könnte. Wenn 10 Minuten lang das Handy nicht klingelt, ist das schon viel!

Als das Wetter endlich schöner wurde, war ein Fotografiemarathon angesagt. Seit unserem letzten Besuch im August 2022 kamen so viele neue Hunde, die alle noch fotografiert werden mussten. Wir durften wieder so tolle und freundliche Seelen kennenlernen!

Wir sind unfassbar dankbar für die Erfahrungen, die wir machen durften. Trotzdem besuchen wir das Rifugio immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Vor allem zu sehen, dass immer die gleichen Hunde, Jahr für Jahr, teilweise schon seit einem Jahrzehnt, im Rifugio auf ein zu Hause warten, macht traurig! Deshalb nochmal ein Appell: bitte schaut euch unsere Langzeitsitzer an! Sie haben es so sehr verdient.

Zum Schluss gab es noch ein Happy End für einen Vierbeiner. Aber nicht für ein Hund, sondern für Hamster Alvin. Alvin wurde vor Monaten bei Caterina abgegeben und sie hat leider keinen Platz für ein artgerechtes, großes Gehege. Also adoptiere Tamara ihn, wir nahmen ihn mit (als Dank machte er das ganze Auto dreckig ) und er durfte in ein 1.70m großes Gehege einziehen.

Zusammenfassend ist noch zu sagen, dass wir nun alle italienischen Vokabeln beherrschen, die man für die Welpenaufzucht benötigt, um Infusionen zu geben und sämtliche Medikamente und deren Inhaltsstoffe. Es scheitert jedoch daran, im Supermarkt einkaufen zu gehen!

Danke Caterina, für alles was du jeden Tag leistest!

 

 

Geschrieben von Alexa


KONTAKT

 

Cani dell OASI ARGO Calabria e.V.

c/o Monika Mainka

Goethestraße 15

74239 Hardthausen

+49 176 42 541 983

info@oasiargo-calabria.org

https://oasiargo-calabria.org

 


GENEHMIGUNGEN / GEMEINNÜTZIGKEIT

 

Erlaubnis nach §11 TierSchG Abs. 1, Nr. 5

  

Steuernummer: 65208/06107

Registergericht: Stuttgart

Vereinsregister: VR 725123


Download
Unsere Satzung
Satzung_Cani_dell_OASI_ARGO_Calabria_e.V
Adobe Acrobat Dokument 163.2 KB

BANKVERBINDUNG

 

Cani dell OASI ARGO Calabria e.V.

IBAN: DE33 6209 1600 0139 4300 08

BIC: GENODES1VMN